Hockey in Hongkong – warum nicht?

Mo. 15.09.2008 - 00:00 -- Dr Albert-Hugo Stinnes
Altersgruppen: 

Hongkong rief die fitten „Alten“ dieser Welt und 19 Hockemannschaften kamen.

Eigentlich sollte unsere diesjährige Veteranen-Weltmeisterschaft ja im Anschluss an die Olympischen Spiele in Peking stattfinden - wie vor vier Jahren in Athen; aber trotz mehrmonatiger Bemühungen war es den Chinesen nicht gelungen, diesen Saison-Höhepunkt für die Hockey-Veteranen Ü60 zu organisieren.

Hongkong übernahm dann die Gastgeberrolle und die WGMA World Grand Masters Association lud ein zur alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft der Hockey-Veteranen über 60 Jahre. Alle waren begeistert über Ambiente, traumhafte Anlagen und Bombenstimmung.

Auch fünf aktuelle und frühere Mitglieder des HTC traten Anfang September die lange und ereignisreiche Reise nach dorthin an. Uli Vos, Christian Sanner und Dr. Bernd „Biber“ Leiber waren Leistungsträger der Ü60-Nationalmannschaft, Dr. Hugo Stinnes hat die Ü65-Nationalmannschaft verstärkt, und Dieter „Didi“ Braig war Goalgetter in einer altersmäßig gemischten Mannschaft des Team Germany Ü60.

Deutschland hatte den WM-Titel bei den Grand Masters (Ü60) zu verteidigen, den Uli, Christian und Hugo vor zwei Jahren in Leverkusen gewonnen hatten.

Die Teilnehmer in Hongkong kamen in diesem Jahr aus Australien, England, Hongkong, Holland, Japan, Italien, Schottland, Südafrika und eben Deutschland.

Der Tross des Team Germany Ü60 bestand aus 48 Spielern sowie 28 begleitenden Trainern, Betreuern und unseren „besseren“ Hälften. Uns erwarteten 14 erlebnisreiche Tage in einer pulsierenden Weltmetropole, eine in jeder Hinsicht perfekte Organisation durch den ausrichtenden Hongkong Football Club, aber auch anstrengende klimatische Bedingungen mit 35° und 80% Luftfeuchtigkeit bei unseren sportlichen Einsätzen.

Das Clubhaus des Hongkong Football Club mit seinem großzügigen Swimming Pool, Restaurants, Sportbars und Umkleideräumen – alles eingebettet in die Galopprennbahn von Happy Valley – war für das Wohlbefinden aller Teilnehmer von besonderem Wert. Es ist nicht übertrieben, diese Räumlichkeiten mit den Annehmlichkeiten eines 5-Sterne-Hotels zu vergleichen; mancher deutsche Golfclub müsste sich anstrengen, den Wohlfühlfaktor zu bieten, den wir dort kostenlos erleben durften. Einen vergleichbaren Hockeyclub wird man in Deutschland erst recht vergeblich suchen.

Natürlich ließ uns das sportliche Programm genügend Zeit, Hongkong und seine Umgebung zu erkunden und zu genießen. Tempelbesichtigungen und die Las Vegas übertreffenden neuen Spielcasinos in Macau bildeten dabei extreme Gegensätze.

Die zahlreichen Straßenmärkte der Einheimischen waren eine Augenweide, die Angebote auf dem Ladies- und auf dem Jademarket teils verführerisch; verlockend auch die Möglichkeit, sich ein Festkleid aus chinesischer Seide für eine bevorstehende Hochzeit schneidern zu lassen.

Imponierend war für jeden von uns, die aufregende 7-Millionen-Stadt, die zu den dichtest besiedelten Regionen der Welt zählt, vom Peak aus zu betrachten oder mit dem hervorragenden U-Bahn-System zu ergründen. Ein Auto sollte man in Hongkong am besten gar nicht benutzen, weil man meist im Verkehr stecken bleibt und den heimischen Verkehrsregeln nicht gewachsen ist.

Ja, und Hockey gespielt haben wir natürlich auch, wobei unsere Kader im Laufe des Turniers durch Verletzung oder Erkrankungen (Magen, Darm, Erkältung) leider kontinuierlich dezimiert wurden. Damit wollen wir aber nicht entschuldigen, dass unsere sportlichen Erwartungen nicht erfüllt worden sind, denn mit den klimatischen Bedingungen als Ursache für unsere Ausfälle hatten sich unsere Gegner auch auseinander zu setzen.

Wie hieß es nach Ende des Turniers in einer Hongkonger Zeitung: Deutschland spielt auf Augenhöhe mit Australien und England. Diese beiden Nationen stellten dann auch die Sieger im Ü60 und Ü65 Wettbewerb der Nationalmannschaften, wo wir uns jeweils mit dem 3. Platz und der Bronzemedaille zufrieden geben mussten. Am erfolgreichsten – auch dank der von Didi geschossenen Tore – hat noch unser Trophy-Team abgeschlossen, das hinter England den 2. Platz belegen konnte.

Auch das Gesellschaftliche ist natürlich nicht zu kurz gekommen: im festlich geschmückten Ballsaal des Hongkong Football Club waren wir bei freien Getränken zu einem fürstlichen Buffet eingeladen, in dessen Anschluss trotz noch bevorstehender Hockeyspiele so mancher bei der mitreißenden Liveband seine schweren Hockeybeine durch Tanzen bis in den frühen Morgen „auflockerte“.

Hongkong, wo sich in vorzüglicher Weise Sport, Kultur und Leisure während einer Weltmeisterschaft verbinden ließen, wird uns in wunderbarer Erinnerung bleiben. Wir sind gespannt, was uns – vermutlich – Südafrika zu bieten hat, wenn wir uns in 2010 in Kapstadt mit alten und neuen Freunden des Veteranen-Hockey wieder treffen werden.