European Super Veterans Trophy 2008, Sant Cugat del Vallès, Spanien

Di. 15.07.2008 - 00:00 -- Dr Albert-Hugo Stinnes
Altersgruppen: 

Erstmals in Spanien fand über Ostern das jährliche Zusammentreffen europäischer Senioren-Mannschaften statt. Insgesamt 19 Mannschaften hatten den Weg nach Sant Cugat vor den Toren Barcelonas gefunden, um sich um Pokal und Medaillen für Sieger und Platzierte zu beteiligen.

Ausgerichtet wurde das Turnier von der WGMA (World Grand Masters Association) mit  der Unterstützung der EHF (European Hockey Federation) und seinem spanischen Präsidenten, Sen. Leandro Negre, sowie in Zusammenwirken mit dem örtlichen Hockeyclub Junior FC. Die Organisation lag in den bewährten Händen von WGMA-Vice-President Bernhard Verbunt (Holland) und WGMA-President Peter Child (Deutschland).

Die Teilnehmer kamen aus England, Holland, Italien, Schottland und Belgien. Erstmals dabei war ein Team aus Wales. Deutschland stellte je eine Nationalmannschaft in den Altersklassen Ü60, Ü65 und Ü70 sowie eine gemischte Mannschaft, die sich innerhalb der Tournament Throphy an den Spielen beteiligte.

In den 3 Tagen von Ostersamstag bis Ostermontag wurden 44 Spiele auf 2 modernen Kunstrasenplätzen unter der Leitung von 23 Schiedsrichtern aus den Ländern der teilnehmenden Mannschaften abgewickelt. Deutschland stellte mit Götz Müller-Wiedenhorn, Lars-Christian Reifschläger und Peter Boehme drei hoch qualifizierte Schiris, denen wir auch auf diesem Wege für ihren selbstlosen Einsatz für unser Senioren-Hockey danken möchten.

Die internationalen Treffen der Hockeycracks über 60 haben stets eine gesellschaftliche und eine sportliche Komponente. Wenn man nicht gerade neu ist in der Runde der meist schon ergrauten „Krummstock“-Spezialisten, so gilt es immer wieder den Erfahrungsaustausch mit den Freunden aus den anderen Ländern auch abseits des Spielfelds in vielfältiger Weise zu pflegen, wozu das im Wind kühle, aber immer freundliche Wetter auf der iberischen Halbinsel den erhofften Beitrag geleistet hat. Verstärkt wird der gesellige Aspekt durch die Anwesenheit sehr vieler mitgereister Ehefrauen/Partnerinnen.

Sportlich war das so früh in der Saison stattfindende Turnier für alle Teilnehmer sicherlich nur ein „Zwischenschritt“ auf dem Wege zur diesjährigen WGMA-Weltmeisterschaft im September in Hongkong. Damit soll aber nicht verdeckt werden, dass jeder auch in Sant Cugat gewinnen wollte.

Vielleicht weil sie in China nicht dabei sein können, haben unsere Senior Grand Masters (Ü70) das Turnier in ihrer Altersklasse gegen die Teams aus Holland und England gewonnen und konnten mit einer erstmals in dieser Altersklasse vergebenen Goldmedaille den Weg zurück in die Heimat antreten. Coach Hans-Jürgen Fortmüller hatte seine Jungs auf den Tag genau richtig eingestellt, und es wird zu hoffen sein, dass sich in den nächsten Monaten der Kader noch erweitern kann. Als kleines Trostpflaster für die für dieses Team leider nicht organisierbare Reise nach Hongkong wird die Ü70 im Rahmenprogramm der Damen-Championstrophy auf Einladung des DHB noch in diesem Jahr in Mönchengladbach einen weiteren „Auftritt“ haben.

Die Ü65-Mannschaft um ihr Trainergespann Frank Mäusert und Hans-Werner Frühauf hat es erneut nicht geschafft, ihren Gegner aus England zu bezwingen. Hat es nach zwei Siegen gegen Holland und Schottland im Gruppenspiel noch zu einem gerechten Unentschieden gereicht, so waren es die größere Routine und Cleverness, die im Endspiel den Ausschlag zugunsten unserer Freunde von der Insel gegeben haben. Damit dies in Hongkong anders wird, sollen Taktik, Verständnis und Bereitschaft in den kommenden Monaten in drei Trainingseinheiten in Mannheim, Hamburg und Hannover weiter verbessert werden.

Die Ü60-Mannschaft, der noch amtierende Weltmeister aus Leverkusen 2006, hatte unter den gestrengen und engagierten Augen des DHB-Präsidenten sein erstes Spiel gegen Holland, den späteren Sieger dieser Altersgruppe, zu bestreiten. Stefan Abel hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Reise zur EHL Euro Hockey League ins nahe gelegene Terrassa mit einem Besuch bei den Hockey-Senioren abzuschließen. Wir hoffen, dass wir ihm demonstrieren konnten, dass auch das deutsche Senioren-Hockey auf dem richtigen Weg ist, seinen Platz innerhalb des DHB einzunehmen. Dies gilt auch, wenn es für die Ü60 unter der Leitung von Kurt Layer in Sant Cugat nur zu einer Bronzemedaille gereicht hat; aber gerade dieses Team befindet sich noch im Neu-Aufbau und war zudem durch zwei verletzungsbedingte Ausfälle innerhalb des Turniers zu weiterer Improvisation gezwungen. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir auch in dieser Altersgruppe in Hongkong ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der Medaillen mitreden werden.

Bleibt schließlich die gemischte Mannschaft, in der sowohl der Nachwuchs als auch diejenigen zum Einsatz kommen können, die sich für den Kader der Nationalmannschaften nicht qualifizieren hatten. Auch diese Mannschaft – das Trophy Team unter Gisbert Kurzbach – hat mit einer Bronzemedaille das Turnier beendet. Wir sind froh, dass wir diese Plattform haben, weil wir ja auch all denen eine Spielmöglichkeit geben möchten, die gleich aus welchen Gründen nicht in die A-Mannschaften ausgewählt werden konnten.

Dank sei an dieser Stelle auch geschuldet unserem Team Manager Gerry Helfers aus Hannover, der unsere Reise ins Baskenland organisatorisch, logistisch und finanziell wie immer bestens vorbereitet und abgewickelt hat.

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Trotz der errungenen Medaillen muss ein Fazit unseres sportlichen Erfolges in Sant Cugat nüchtern ausfallen. Zwar gehören wir in allen Altersgruppierungen zu den stärksten Nationen der Welt; aber um dauerhaft vorne mitspielen zu können, müssen wir unsere Anstrengungen weiter intensivieren.

Ohne Zweifel sind und bleiben die sportlichen Erfolge die Basis für eine breite und freundschaftliche Ü60-Gemeinschaft. Jeder einzelne investiert Zeit und Geld für den sportlichen Erfolg; und die sportlichen Erfolge wiederum sind es, die die Gemeinschaft festigen und als Attraktion für neue Spieler wirken können. Und neue Spieler braucht Hockey Ü60 Deutschland immer, damit die Ü60-Idee erfolgreich weiterleben kann.

Wer interessiert ist, kann über unsere Internetseite www.hockeyue60deutschland.com mit uns Kontakt aufnehmen. Wir freuen uns auf jeden neuen Ü60er.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
Präsident Hockey Ü60 Deutschland