Spanien - ein neues Mitglied im "Ü60 Club"

Do. 11.07.2013 - 12:56 -- Dr Albert-Hugo Stinnes
Altersgruppen: 

Von den bedeutenden Hockey-Nationen Europas fehlt eigentlich nur noch Spanien mit seinen Veteranen-Mannschaften im „Ü60 Club“. Die World Grand Masters Association (WGMA) ist schon seit mehreren Jahren durch ihren Präsidenten Peter Child mit den spanischen Freunden im Gespräch, einen Einstieg ins Veteranenhockey zu wagen.

Und so war die Beteiligung groß, als die Spanier zu einem internationalen Turnier für Ü60- und Ü65-Mannschaften vom 20. bis 23. Juni 2013 in den vornehmen Traditionsclub Real de Polo Club nach Barcelona einluden. Team Germany Ü60 beteiligte sich mit je einer Mannschaft in beiden Altersklassen, um zusätzliche Spielpraxis im Hinblick auf die bevorstehende Europa-Meisterschaft 2013 Ende August in Belgien zu gewinnen. Leider konnten aus meist beruflichen Gründen nicht die stärksten Teams antreten; dennoch haben die verantwortlichen Trainer wertvolle Erkenntnisse sammeln können.

Beide deutsche Teams hatten in 4 Tagen jeweils 6 Spiele über eine verkürzte Spielzeit (2 x 20 Minuten) zu absolvieren, was etwa 3½ Spielen über die volle Spielzeit entspricht – erneut eine respektable Leistung, die manche andere Ballsportart für unzumutbar hält; wir Hockeyspieler sind halt auch im höheren Alter einfach noch gut drauf!

Das Ü60-Team von Trainer Thomas Dauner befindet sich – wie eigentlich in jedem Jahr – durch den Zuwachs neuer Spieler im Umbruch. So wundert es nicht, wenn das erste Spiel gegen ein holländisches B-Team noch ein wenig holprig wirkte. Die beiden folgenden Spiele gegen Wales und Frankreich brachten nicht nur die ersten Tore, sondern auch die Erkenntnis, dass mit „Barnie“ Dieterich eine gute Verstärkung „zwischen den Pfosten“ zu uns gestoßen war. Gegen Spanien – einem Spiel auf hohem Niveau – konnte sich letztlich der Gastgeber knapp, aber verdient durchsetzen.

Im Halbfinale wartete der amtierende Weltmeister Holland mit seinem A-Team auf die „Dauner-Truppe“. Es sollte die beste Turnierleistung unserer Mannschaft werden, von der auch die Holländer beeindruckt waren. Die eingeübten Spielzüge im Spielaufbau funktionierten über weite Strecken des Spieles ebenso wie das Deckungssystem dem Gegner den Schneid abkaufte. Letztlich demonstrierte der Weltmeister mit zwei verwandelten Ecken und einem schnellen Konter zu Begin der zweiten Halbzeit seine Klasse.

Das Spiel um Platz 3 wurde schließlich gegen die Alliance im Penalty-Schießen gewonnen, wobei sich erneut „Barnie“ Dieterich auszeichnen konnte. Das entscheidende Tor in der Verlängerung des Penalty-Shoot-Out erzielte Wolfgang Reisser.

Gewinner des Turniers wurde schließlich Gastgeber Spanien durch ein „Zaubertor“ gegen Holland. Wir können nur hoffen, dass dieser Sieg Mut macht, nun auch dauerhaft in unseren Kreisen präsent zu werden.

Noch einen Platz besser abschneiden konnte erneut unser Ü65-Team um die Spielertrainer Werner Beese/Ulrich Brauns sowie Außencoach Peter Rollinger. Obwohl auch nicht in Bestbesetzung angetreten, zeigt sich doch in diesem Team, welche Vorteile in dem langjährigen Miteinander sowohl in spielerischer als auch in menschlicher Hinsicht stecken.

Siegen gegen Holland B, England, Alliance und Wales sowie einem überraschenden Unentschieden gegen Italien steht nur eine Niederlage gegen Holland A gegenüber.

Die in Toren erzielten Ergebnisse geben dabei nicht die teilweise deutliche Überlegenheit unseres Teams wider. Nur im Spiel gegen Holland A war der Gegner stärker und gewann das Match verdient. Trainer und Spieler sind sich jedoch einig, dass man die Niederlage gegen Holland auch in einen Sieg verwandeln kann, wenn bei der Europa-Meisterschaft alle leistungsstarken Spieler an Bord sind.

Insgesamt war der Ausflug nach Barcelona die Reise wert. Das Turnier war hervorragend organisiert durch „Pepe“ Borrell und seine Mannen vom Real de Polo Club Barcelona, denen wir auch an dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön übermitteln wollen. Mit viel Herzblut und Freundlichkeit wurde den Gästen alles geboten, was ein solch großes Turnier auszeichnen sollte. Einer der Höhepunkt war das samstägliche Barbecue für fast 500 Spielerinnen und Spieler unter freiem Himmel und mit einem bemerkenswerten Feuerwerk garniert.

Nach Hause gekommen sind beide Teams mit der Erkenntnis und dem Vorsatz, dass es für die Europa-Meisterschaft in sechs Wochen noch an der Feinabstimmung zu arbeiten gilt; der Abschluss-Lehrgang für beide Teams in Magdeburg Ende Juli wird dazu Gelegenheit geben.

Stuttgart/Braunschweig, den 3. Juli 2013