Alle Mannschaften auf dem Treppchen bei EM in Belgien

Sa. 14.09.2013 - 18:23 -- Hans-Joachim Heinz
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Während die Damen und Herren des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) nach dem jüngsten Gewinn des Europameistertitels im belgischen Boom an der Spitze des Kontinents stehen, musste sich das Team Germany Ü60, die Dachorganisation der Ü60-, Ü65- und Ü70-Nationalmannschaften, nach den jeweiligen Europameisterschaften im belgischen Kontich mit Platz drei hinter England und den Niederlanden begnügen.

Diese beiden Nationen haben, auch weil es in England einen regelmäßigen Spielverkehr im Seniorenbereich gibt und in den Niederlanden aufgrund der geringen Entfernung der Vereine untereinander die quantitativ sowieso schon viel größeren Kader alle drei Wochen an einem anderen Ort zusammengerufen werden können, sich mittlerweile einen Vorsprung gegenüber Deutschland erarbeitet, das jetzt wie bei den beiden Europameisterschaften zuvor in Amstelveen 2009 und Neuss 2011 bei Ü60 und Ü65 jeweils Dritter und bei der Ü70 Zweiter wurde. Die Zeiten, in denen sogar ein Weltmeistertitel erreicht werden konnte – die Ü65 2004 in Athen und die Ü60 2006 in Leverkusen – scheinen erst einmal vorbei zu sein. Zwar wurden die Strukturen im Team Germany Ü60 in jüngster Zeit etwas professioneller – so hat etwa die Ü60 mit Thomas Dauner und die Ü70 mit Dr. Heini Kruse einen echten Banktrainer, alle Mannschaften haben jeweils Teammanager und mit Henrike Althof eine hervorragende Physiotherapeutin) -, doch der Weg zu einem nationalen Spielbetrieb ist momentan noch sehr weit. Der Anfang wurde über Ostern beim Club Raffelberg Duisburg mit dem vom Development Manager im Präsidium des Team Germany Ü60, Thomas Rochlitz (Lüneburg), in Zusammenarbeit mit vier so genannten Regionalbeauftragten organisierten und erstmals ausgetragenen Ü60 Regio-Cup gemacht, bei dem die Teams Nord, Ost, Süd und West in Spielen jeder gegen jeden den Sieger ausspielten. „Die Regionalisierung der Ü-Bewegung mit jeweiligen Ansprechpartnern wird dem Seniorenhockey mehr Struktur und einen weiteren Schub geben“, hält DHB-Breitensportreferentin Maren Boyé den Regio-Cup und weitere Pläne für „eine gute Sache“.

Der Präsident des Team Germany Ü60, Dr. Albert-Hugo Stinnes (Stuttgart), schlägt, auch mit Blick auf die Weltmeisterschaften vom 5. bis 13. Juni kommenden Jahres in Den Haag, neben Steigerung der individuellen Fitness eines jeden Spielers unter anderem regelmäßiges regionales Training in kleinen Gruppen und monatliche Lehrgänge der jeweiligen Kader vor. „Und die von der Masters Organisation – und hier insbesondere von der Ü55-Mannschaft – angebotene Zusammenarbeit eröffnet uns zusätzlich große Möglichkeiten zur Verbesserung der Teamleistung, weil wir junge und fitte Spieler erhalten sowie alters- und leistungsgerechte ‚Sparringspartner’ zur Verfügung stehen. Diese Chancen sollten wir unbedingt aufgreifen“, hat Stinnes einen zukünftigen EM- oder WM-Titel für eine deutsche Seniorenmannschaft daher noch nicht ganz abgeschrieben.

Wie Stinnes ist auch der Sport Manager des Team Germany Ü60, Hans-Dietrich Sasse (Leipzig), der Auffassung, dass Deutschland hinter den dominierenden Engländern und den stärker gewordenen Niederländern seinen dritten Platz einerseits behauptet und sich auf der anderen Seite der Abstand zu den beiden führenden Nationen nicht vergrößert hat, „bei der Ü65 und Ü70 wird sogar auf Augenhöhe mitspielt. Nicht zu übersehen war allerdings, dass die Anzahl der Vorbereitungsspiele zu gering war, denn im Verlauf des Turniers war eine spielerische Steigerung bei allen Mannschaften zu erkennen“.

Abschied von der internationalen Bühne nahm in Kontich ein Mann, der das deutsche Seniorenhockey im Team Germany Ü60 im Jahr 1998 zusammen mit Dr. Klaus Bierett (Düsseldorfer HC) sozusagen aus der Taufe gehoben und anschließend in den verschiednen Mannschaften auch mitgeprägt hatte: der mittlerweile 80-jährige Eduard „Didi“ Wolter (DTV Hannover) übergab seinen vielen Mitspielern einen entsprechenden Sticker mit der Aufschrift: „Didi sagt Tschüss!“

Mannheim, 14.09.2013