Lange Gesichter bei Deutschlands Ü70-Team

Do. 19.06.2014 - 17:39 -- Hans-Jürgen Fortmüller
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Recht zuversichtlich war die Mannschaft um Kapitän Hans-Werner Frühauf zur Veteranen-WM nach Den Haag gereist, hatte sie sich doch intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet. Daß es nicht wie gewohnt auf’s Treppchen reichte, war eine ganz neue Erfahrung. Aber der Reihe nach.

Gleich im ersten Spiel gegen die Niederlande, das 0:1 verloren ging, war anfangs Sand im Getriebe, was den 1-Tore-Rückstand zur Folge hatte. Der Motor wurde aber auf Touren gebracht und lief in der zweiten Hälfte auf Höchstdrehzahl. Jedoch: ein Törchen wollte trotz vieler Chancen nicht gelingen. Die langen Gesichter sprachen für sich.

Also musste wohl gegen Australien, den heimlich Favoriten, alles geboten werden, um die Scharte auszuwetzen. Das schien zu gelingen, denn wir führten 2:0. Leider war das nicht genug, denn die Aussies holten den Rückstand auf und wir trennten uns 2:2. Schade, denn es wäre seit langem der erste Erfolg über sie gewesen.

Gegen die tapferen Japaner gelang uns das höchste aller Turnierergebnisse: in jeder Halbzeit schossen wir 9 Tore, und bei voller Ausnutzung der Möglichkeiten hätten es noch mehr werden können. Das schaffte zwar keiner der anderen Konkurrenten, aber es half auch nicht wirklich weiter, denn schließlich besiegten alle die eifrigen aber recht schwachen Ostasiaten.

Südafrika hieß der nächste Gegner, und auch in diesem Vergleich war die Mannschaft von Coach Heini Kruse voll auf der Höhe. Beim Stand von 7:1 für unsere hungrigen Stürmer wurde die Partie beendet. So viele Treffer konnten auch wieder kein Mitbewerber erreichen.

Somit fanden wir uns nach Abschluss der Vorrunde nur auf dem vierten Platz wieder und konnten bestenfalls im Spiel „Dritter gegen Vierten“ noch die Bronzemedaille holen. Und dieser „Dritte“ war wieder Australien. Obwohl es inzwischen eine Reihe von angeschlagenen Spielern gab, es war anfangs „Musicke drin“. Die wurde jedoch im Spielverlauf merklich leiser und klang dann auf unserer Seite schließlich aus, denn nach dem Abpfiff hatten wir kein Tor jedoch die Australier deren 2 Tore. Das bedeutete den undankbaren vierten Platz. Warum eigentlich?

Die Mannschaft hatte genug Substanz, um weiter vorn zu landen, und ausschlaggebend war wohl die Niederlage im ersten Spiel. Ein Sieg hätte gereicht, um ins Endspiel einzuziehen. Aber „hätte, wenn und aber“ halfen nicht: statt dessen gab es viele lange Gesichter. Auch, dass es keine unserer anderen Mannschaften auf’s Siegerpodest schaffte, ist kein Trost. Die Konkurrenz hat stark aufgerüstet, und das deutsche Veteranenhockey muss sich steigern; dann kommen auch wieder bessere Ergebnisse zustande.

Trotz allem: es hat Spaß gemacht, es war eine tolle Kameradschaft und ein sehr guter Zusammenhalt, obwohl ein Magen-/Darmvirus vorübergehend eine enorme Schwächung bei einigen Spielern hervorrief. Nicht sehr zufrieden waren wir mit den Unparteiischen, die über die Maßen oder besser gesagt übertrieben kleinlich pfiffen und uns so manchen Vorteil nahmen.

An dieser WM nahmen folgende Ü-70-er teil: Peter Child, Heinz-Werner Duckstein, Edgar Feil, Hans-Werner Frühauf, Rainer Grundmann, Dr. Horst Klönne, Giesbert Kurzbach, Gerold Quinger, Klaus Redeker, Hans-Dietrich Sasse, Manfred Schaarschmidt, Heinz Schwedhelm, Dierk Seibt, Jürgen Sobczak-Schütte, Dr. Albert-Hugo Stinnes, Eckhardt Wallossek, Horst-Jürgen Wengenroth und Hinrich Wolff. Der Staff bestand aus Physio Henrike Althoff, Trainer Dr. Heinrich Kruse und Manager Hans-Jürgen Fortmüller.